Die Skudden gehören nachweislich zu einer Landschafrasse, die bereits vor über 2000 Jahren für die Kleiderrohstoffe der Dänen im damaligen Heitabu (heute bei Schleswig) sorgten.  Wollfasern der Skuddenwolle fand man in alten Grabstätten.  Vermutlich aus dortiger Gegend stammend, verbreiteten sich die Skudden schnell über den gesamten nordeuropäischen Kontinent, von den Shetland-Inseln bis weit ins Baltikum.  Der direkte genetische Vorfahre der Skudde ist nach Meinung führender Wissenschaftler, wie Prof. Karl-Hermann Finger und Frau Dr. G. Kurt, das Muflon.

Die Skudde ist also eine ursprüngliche Landschafrasse, sie gehört, wie die Heidschnucke, zur Gruppe der kurzschwänzigen nordischen Heideschafe. Schon vor der Zeit der Ordensritter war sie in Ostpreussen und im Baltikum bodenständig. Sie wurde Masurenschaf, Bauernschaf, Kosse oder eben zumeist Skudde genannt.

Ursprünglich sind und waren die Skudden weiß, schwarz oder braun untereinander ganzfarbig vererbend.  Rostfarbiger Anflug an Kopf und Beinen sind Anzeichen für das vorhandene Gen für die Vliesfarbe weiß.  Auch kleine schwarze Pigmentflecken sind rassetypisch.  Im 19. und 20.-Jahrhundert wurden in Ostpreussen häufig durchaus auch gefleckte Tiere, sowie Tiere mit weißer Stirnblässe aus Herdbuchzucht beobachtet, obwohl diese heute vom www.schafzuchtverband.de eher nicht gewünscht werden. Der kurze, muflonartige Schwanz ist im Ansatz sehr breit, endet spitz und ist vollständig behaart.  Durch zurückliegende Einkreuzungen sind mischfarbige oder braune Vliese zurückzuführen. Die Variationsbreite der Merkmale der Skudden war jedoch schon immer sehr groß. Nicht davon betroffen ist die auffällige Standorttreue und das ausgeprägte Herdenverhalten.

Die Vitalität dieser Schafe ist einmalig.  Sie sind robust und relativ widerstandfähig gegen Parasiten und Krankheiten, auch die der Klauen. Sie werden nur in geringem Maße wirklich handzahm, aber sie sind sehr selbstständig, sind kaum krankheitsanfällig, benötigen fast nie eine Geburtshilfe.  Diese Grundeigenschaften schätzten die Menschen seit jeher, weshalb die Skudden auch bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts in vielen ärmeren ländlichen Gegenden sich anderen Schafrassen gegenüber behaupteten.   Erst durch die Intesivzucht auf Schlichtwolligkeit oder Fleischmasse nahm der Bestand drastisch ab.  Anfang der 80er Jahre nahm man weltweit einen Bestand an Skudden von nur 200 Stück an.  Sie zählten zu den sehr stark gefährdeten Haustierarten, die am Aussterben bedroht waren.  Die akute Gefahr scheint nunmehr gebannt, denn man rechnet zur Zeit ungefähr mit 2000 Tieren in Deutschland.

Die ostpreussischen Skudden werden deutschlandweit durch den Zuchtverband für ostpreussische Skudden und rauhwollige Pommersche Landschafe vertreten und betreut, der auch für fachgerechte Beratung, Betreuung durch eigene Zuchtwarte und der für die rassetypischen Merkmale eintritt, mehr, als es ein anderer Verband von Schafhaltern könnte, wenn auch die Landesschafzuchtverbände schon einige Skuddenhalter zu ihren Mitgliedern zählen.

1992 konnte ein Mitglied des Verbandes von der letzten auf der Samlandhalbinsel vorgefundenen vier Skudden Wollproben entnehmen, die Frau Dr. Gunhild Kurt untersuchte.

 

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Die Skudde
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19/03/13 

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